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Für den Modellbau wird eine Vielzahl von Klebstoffen verwendet, von denen die wichtigsten hier nun in Kürze vorgestellt werden sollen.
Zu den wohl bekanntesten und ältesten Klebstoffen im Modellbau
gehört wohl der Holzleim. Er wird für hochbelastbare Verbindungen
für verschiedene Hölzer untereinander, sowie auch für Holz -
Styropor Verbindungen eingesetzt. Der große Vorteil von Weissleim ist,
daß er relativ frei von Lösungsmitteln ist. Der größte
Nachteil besteht darin, daß alle Verbindungen gepreßt werden
müssen, um die maximale Festigkeit zu erreichen.
Allerdings ist gerade
das Pressen an vielen Bauteilen im Flugmodellbau problematisch. So sollten
Weissleimsorten zur Verwendung kommen die auch schon bei geringem oder keinem
Pressdruck feste Verbindungen ergeben (z.B. Ponal Propellerleim).
Weissleim
kann auch mit Glasfasermatten zum Laminieren verwendet werden, allerdings sind
hier die erreichbaren Festigkeiten geringer als bei der Verklebung mit
Kunstharz (Laminierharz)
Dieser klassische Klebstoff wird vornehmlich für die Verklebung von
Balsaholz untereinander eingesetzt. UHU Hart härtet schnell aus, was ein
zügiges Arbeiten ermöglicht. Der Kleber ist lösungsmittelhaltig
und riecht stark, ist aber nicht hochgradig
gesundheitsschädlich.
Für den erfahrenen Modellbauer ist die
Alternative zum Hart-Kleber der Sekundenkleber besser geeignet, deshalb hat der
Hart-Kleber seine ehemals große Bedeutung für den Flugmodellbau
verloren. Hart Kleber ergibt relativ feste Verbindungen, wird allerdings auch
sehr spröde, dadurch kann es bei kurzzeitigen Stoßeinwirkungen zum
Bruch der Klebestelle kommen. UHU Hart wird, wegen seiner ansonsten relativ
unproblematischen Eigenschaften, gerne in der Jugendarbeit eingesetzt.
Beim Sekundenkleber handelt es sich im Prinzip um einen 2 Komponenten
Kleber, wobei als zweite Komponente die Feuchtigkeit der Luft, oder die des zu
klebenden Materials verwendet wird. Sekundenkleber wird vornehmlich zum
Verkleben von Balsaholz verwendet. Der Kleber reagiert sehr gut mit der im Holz
enthaltenen Feuchtigkeit, dringt tief in das Holz ein und festigt es
dadurch.
Sekundekleber ist nicht spaltfüllend, das heißt
Klebefugen werden nicht ausgefüllt. Somit müssen bei den Klebungen
gute Passungen vorbereitet werden. Cyanacrylatkleber wird in verschiedenen
Viskositätsstufen angeboten. Dünnflüssig zum Verhärten von
Balsaholz, Mittelviskos und Dickflüssig zum Verkleben. Seit geraumer Zeit
werden auch Füllstoffe für Sekundenkleber angeboten. Dabei handelt es
sich um ein Pulver das auf die Klebestelle aufgebracht und dann mit
dünnflüssigem Sekundenkleber getränkt wird. Dadurch wird der
Kleber auch spaltfüllend. Harthölzer wie Kiefer, Birke usw. sollten
nicht mit Cyanacrylatkleber verklebt werden, hier bringt Weissleim wesentlich
höhere Festigkeiten. Sekundenkleber verklebt in sekundenschnelle Haut mit
sich selbst sowie mit anderen Materialien, dadurch ist er für die
Jugendarbeit nicht zu empfehlen.
Epoxydharz, oder auch kurz Epoxy wird im Modellbau hauptsächlich
zum Formenbau und für hochfeste Klebeverbindungen eingesetzt. Der
eigentliche Kleber wird aus zwei Komponenten, dem Harz und dem Härter,
zusammengerührt. Dabei müssen die beiden Komponenten in einem
bestimmten Gewichtsverhältnis zusammengemischt werden (z.B. 60% Harz und
40% Härter), wobei die Mischungsverhältnisse je nach Hersteller und
Harztyp stark schwanken.
Beim Epoxy gibt es sehr viele unterschiedliche
Varianten die sich nach Topfzeit, Aushärtedauer und Anwendungszweck
unterscheiden. Epoxydharz braucht zum Aushärten keinen Luftkontakt, somit
können die zu verarbeitenden Teile im Vakuum miteinander verpresst
werden.
Da ist zum Ersten das sog. 5 Minuten Epoxy. Dieses kann für ca.
3 bis 5 Minuten verarbeitet werden und hat, je nach Temperatur, zwischen 20 und
30 Minuten seine volle Festigkeit erreicht. 5 Min. Epoxy wird zum Fixieren von
Bauteilen und für schnelle Reparaturen am Flugfeld eingesetzt.
Das
nächste häufig verwendete Harz ist das Laminierharz. Es hat
Verarbeitungszeiten von ca. 40 Minuten und härtet innerhalb von 24 Stunden
vollständig aus. Dieses Harz wird, wie der Name schon sagt, zum laminieren
mit Glasfasermatten oder Kohlefaserrovings beim Formenbau, aber auch für
großflächige Veklebungen eingesetzt. Es sollte nicht in dickeren
Schichten als 5 mm auf einmal laminiert werden, da bei diesem Harz durch die
chemische Reaktion eine starke Wärmeentwicklung einsetzt.
Eine schon
etwas seltenere Harzart ist das Deckschichtharz. Es wird z.B. als erste Schicht
für eine Form aufgebracht, was eine sehr harte Oberfläche zur Folge
hat.
Harz kann im allgemeinen durch zufuhr von Wärme schneller und
fester Aushärten. Diese Eigenschaft ausnutzend, werden Formen häufig
mit einer Heizung versehen dadurch werden die produzierten Stücke
wesentlich fester und härten schneller aus. Mit Kunstharz kann, bis auf
wenige Ausnahmen (z.B. Ferran) jeder Werkstoff mit jedem anderen verklebt
werden. Kunstharz kann, wegen des fehlenden Lösungsmittels auch bestens
zum Verkleben von Styroporteilen eingesetzt werden.
Wegen der nicht zu
unterschätzenden allergenen Wirkung von Kunstharz, sollten bei der Arbeit
stets Handschuhe getragen und die Arbeitsräume gut gelüftet werden.
Sonst kann es passieren daß man einen Raum, in dem Tags zuvor mit
Kunstharz gearbeitet wurde, nicht mehr betreten kann ohne Hautausschlag zu
bekommen.
Zum Epoxy wird noch eine Reihe von Zusatzstoffen angeboten. Da
währe zum einen das Trennmittel, oder auch Trennwachs welches
überhaupt erst den Formenbau ermöglicht. Denn an einer mit
Trennmittel behandelten Fläche bleibt Kunstharz nicht haften. Es muß
aber sichergestellt sein, daß sich das verwendete Kunstharz mit dem
Trennmittel verträgt, sonst besteht die Möglichkeit, daß sich
die behandelten Teile nicht mehr trennen lassen.
Des weiteren werden auch
diverse Füllstoffe angeboten, zum Beispiel Baumwollflocken. Mit Ihnen wird
das Harz dickflüssiger gemacht und kann dadurch Hohlräume besser
ausfüllen. Der andere häufig verwendete Füllstoff sind sog.
Microballoons. Dabei handelt es sich um winzige Kügelchen aus
anorganischen Silikaten. Mit Ihnen wird das Harz zähflüssiger,
leichter und nach dem Aushärten zähelastisch.
Als weiter
Hilfsstoff werden Glasfasermatten von verschiedenster Stärke und Webart
angeboten. Damit lassen sich fast alle Teile abformen und herstellen. Zum
anderen werden für den Kunststoffmodellbau noch Kohlefaserrovings
angeboten. Diese sehen so ähnlich aus wie schwarze Pressbänder und
werden an hoch beanspruchten stellen (z.B. bei Flächenverbindungen)
eingesetzt. Kohlefaserrovings machen den Kunststoff aber sehr steif und
spröde und brechen ohne Vorwarnung plötzlich ab. Wie Sie sehen ist
der Kunststoffmodellbau ein sehr sehr weites Gebiet, doch damit wollen wir es
bis hierher belassen.
Bein Polyurethan Leim handelt es sich um ein relativ neues Klebemittel,
das unter Einwirkung eines Treibmittels aufquillt. Es handelt sich dabei um
eigentlich nichts anderes als um den bekannten PU Schaum, der zur
Fensterisolierung eingesetzt wird. Allerdings quillt PU Leim nicht so stark
auf. Das Aufquellen hat den Vorteil, das kleine Unregelmäßigkeiten
bei flächigen Verklebungen ausgefüllt werden. PU Leim greift Styropor
nicht an und wird deshalb gerne zum Verkleben der Styroporkerne mit der
Beplankung im Tragflächenbau eingesetzt. Allerdings kann hierbei nicht
imVakuum verpresst werden (fehlende Luftzufuhr).
Ein leichtes anfeuchten des
zu verklebenden Materials beschleunigt den Aushärtungsprozess.
Silikon wird im Modellbau häufig dort eingesetzt, wo elastische Verklebungen oder Anformungen erwünscht sind (z.B. Flächenansätze an Rümpfen). Hierbei wird, je nach Anwendungszweck, Klebe oder Dichtungssilikon eingesetzt. Auch zum Verkleben von Kabinenhauben wird Silikon manchmal eingesetzt. Silikon arbeitet meist auf Essigsäurebasis, deshalb ist bei der Verarbeitung meist penetranter Essigduft in der Luft.
Stabilit Expreß gehört eigentlich zu den 2 Komponenten
Klebern, die zweite Komponente besteht aber hier, im gegensatz zu den Harzen,
aus einem Pulver.
Stabilit wird bei der Verklebung von ABS
Kunststoffrümpfen mit anderen Materialien gerne eingesetzt. Auch zum
Befestigen von Ruderscharnieren in Holzbauteilen wird dieser Kleber öfter
verwendet. Er ist relativ zähflüssig, gut spaltfüllend und
schrumpft beim Aushärten nicht zusammen. Stabilit kann für ca. 5
Minuten verarbeitet werden und ist nach ca. 30 Minuten fest. Laut Hersteller
darf der Kleber zwischen 0° und 30°C Umgebungstemperatur verarbeitet
werden. Stabilit verträgt sich nicht mit allen Styroporsorten. Im
Zweifelsfall sollte man an einem Abfallstück Probeklebungen machen.